Bubblemaker Domiplan 50mm f2.8

Bei manchen alten Objektiven wird ein Fehler, hier eine sphärische Überkorrektur, zum außergewöhnlichen Effekt der bei modernen Objektiven so nicht mehr vorkommt. Einer dieser Effekte ist das sogenannte Seifenblasen- oder Bubble-Bokeh, welches wohlgemerkt nur bei Offenblende auftritt. Das Bokeh ist im Gegensatz eben nicht wie meist gewünscht dezent und weich, sondern bildet ein aufdringliches, präsentes und unruhiges Bokeh mit leuchtenden Farbsäumen aus. Diese Farbsäume erinnern an Seifenblasen. Aufgrund deren Präsenz wird das Bokeh zum deutlich bildgestaltenden und dominierendem Element. Gezielt eingesetzt kann dieses interessant sein.

Ein bekannter und begehrter Bubblemaker ist das Trioplan 100mm f2.8 von Meyer-Optik aus Görlitz. Mittlerweile so begehrt, dass 99 Jahre nach der Erstvorstellung, initiiert durch eine Kickstarterkampagne, eine Neuauflage erschien. Der alte, neue Klassiker wurde mit den Modellen Trioplan 100 f2.8 II, Trioplan 50 f2.8 II und in einer neuen Brennweite dem Trioplan 35+ f2.8 II mit einem recht hohen Anschaffungspreis wiederbelebt. Im Gegensatz zum Originalobjektiv wurde die Naheinstellungsgrenze aber verkürzt. Bei Gebrauchtpreisen von derzeit 500,- Euro für ein „echtes“ Trioplan und Neupreisen von etwa 900,- Euro lohnt es sich das Bokeh vom Nachfolgemodell des Trioplans anzusehen, welches ab 1961 gebaut wurde. Dabei handelt es sich um das Standartobjektiv Domiplan 50mm f2.8, ebenfalls aus dem Hause Meyer-Optik aus Görlitz und sehr häufig mit dem M42 Bajonett an der Praktica L-Serie, in „schwarz“ oder auch als „Zebra“ anzutreffen. Dabei handelt es ebenfalls um ein Triplet mit ähnlichen Bubbleeffekten. Ein Objektiv scharf im Zentrum, welches auch abgeblendet am Rand an Schärfe verliert. Das Bokeh ist nicht überall gleichmäßig rund, sondern nimmt zu den Rändern zunehmend mehr eine elliptische und leicht linsenförmige Form an. Die Naheinstellungsgrenze liegt beim Domiplan 50mm bei 75 cm. Im Gegensatz zum Trioplan 100mm sind die Bubbles etwas kleiner, deutlich kleiner ist allerdings auch der Preis zwischen 10-20 Euro zuzüglich entsprechendem Bajonettadapter. Das Domiplan kam aber auch unter anderem Namen, wie beispielsweise als Pentaflex-Color 2.8/50, auf den Markt. Testfotos mit Offenblende, aufgenommen mit Sensor im Vollformat.

Das Domiplan in Kombination mit einem 10 mm Zwischenring um die Naheinstellungsgrenze von 75 cm erheblich zu verkürzen.

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One Reply to “Bubblemaker Domiplan 50mm f2.8”

  1. Hallo Rainer,
    danke erstmal für deine tolle Homepage und die nützlichen Informationen, die man darauf findet.
    Davon inspiriert habe ich mir gestern online ein Domiplan 50mm f2,8 ergattert, an der noch eine Praktica L2 als Rückdeckel dranhängt. Mich faszinieren die Bilder, die mit den neuen und alten Domiplans erstellt sind.
    Bei mir wird es an eine Nikon Z50ii mittels M42/Nikon Z-Adapter angeschlossen. Für erste Tests, ob sich das Bubble Bokeh auch an APS-C einstellt, genügt mir erstmal das Domiplan zum Gegenwert eines Döners.. Mal schauen ob ich irgendwann die Neuauflage kaufe 🙂

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