Rollei 35SE – klein aber fein

Zu ihrer Vorstellung im Jahre 1966 war die Rollei 35 die kleinste Kleinbildkamera der Welt. Erst 1974 wurde diese von der Minox 35 in Größe und auch Gewicht leicht übertroffen. Dafür ist bei der rein mechanischen Rollei weniger Elektronik und Plastik verbaut. Die ersten Entwürfe der damals noch „markenlosen“ Kamera entstanden im heimischen Wohnzimmer von Heinz Waaske. Dieser war Konstrukteur bei der Firma Wirgin, einer Firma, welche sich gerade zu diesem Zeitpunkt aus der Kameraproduktion zurückzog und wohl aus diesem Grunde an Waaskes Entwürfen und Modellen keinerlei Interesse zeigte. Auf der Suche nach einem Arbeitgeber und das Modell im Gepäck, fand Waaske weder bei Leitz noch bei Kodak Interesse. 1965 fing Waaske bei Rollei an. Hier erhielt er sehr schnell den Auftrag seinen Entwurf zur Serienreife zu führen.

Erst made in Germany, dann nach Verlegung der Rolleiproduktion nach Singapor entstanden weitere Modellvarianten. Darunter auch solche, welche mit der eigentlichen Rollei 35 wenig zu tun hatten. Auch entstanden später einige teure Sondereditionen, welche wohl vor allem für Sammler gedacht waren. Die Rollei 35 SE stammt aus der Produktion „Made in Singapur“ aus dem Zeitraum von November 1979 bis September 1981. Im Gegensatz zu den ersten Modellen oder Modellen mit „T“ besitzt die Kamera „S“ ein Sonnar. Das „E“ steht für die elektronische Lichtwaage, welche aus den damals hochmodernen LEDs im Sucher anstatt eines Zeigerinstrument besteht. Bei der Rollei handelt es sich um keine Meßsucherkamera, was entsprechende Einschätzung, Zonenfokus oder hyperfokale Fokusierung erfordert. Klein, unauffällig und immer dabei ist die Rollei sehr gut für Streetfotografie geeignet. Unterschätzen sollte man die Kamera aufgrund deren Größe und dem mehrfachvergüteten Sonnar besser nicht. Etwas typisch sind Dellen im Gehäuse, da dieses nicht allzu dickwandig.

Weitere Testfotos finden sich unter dem Link von flickr.

https://www.flickr.com/gp/194266294@N03/Vb601a

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