ASA, DIN, ISO und GOST – nicht zu empfindlich sein?

Heute wird der ISO-Wert einfach an der Digitalkamera eingestellt und meint wie empfindlich der Bildsensor auf einfallendes Licht reagiert. Eigentlich ist mit ISO die Filmempfindlichkeit, englisch auch „film speed“, gemeint. Ein niedrig empfindlicher Film muss dabei länger, ein höher empfindlicher Film kürzer belichtet werden. Egal ob nun digital oder analog gilt je höher der ISO-Wert, desto höher die Empfindlichkeit aber in der Regel das entstehende Bildrauschen oder gröbere Filmkorn. Mit einer niedrigeren Empfindlichkeit erhält man daher in der Regel eine bessere Bildqualität, allerdings verlängern sich entsprechend auch die Verschlusszeiten. So hängt ein idealer ISO-Wert vor allem von den äußeren Aufnahmebedingungen und der Bewegtheit des Motivs ab. Im Gegensatz zur digitalen Fotografie, wo man von Aufnahme zu Aufnahme zwischen den ISO-Werten einfachen „switchen“ kann, verwendet jeder Film einen festen ISO-Wert. So wählt man beispielsweise klassisch bei hellstem Sonnenschein einen Film mit ISO 100, als Universalfilm ISO 200 oder bei Nachtaufnahmen um ISO 800. Auch das verwendete Objektiv spielt eine entsprechende Rolle. Wird beispielsweise ein wenig lichtstarkes Objektiv verwendet, sollte der ISO-Wert nach oben angepasst werden.

Neben dem heutigen ISO, International Organization for Standardization, findet man aber auch noch andere Standarts:

  • ASA – American Standard Association
  • DIN – Norm 4512 des Deutschen Institut für Normung
  • GOST – Norm der UdSSR

Dabei lässt sich auch feststellen, dass dieselben Standards im Laufe der Zeit angepasst wurden. So entspricht beispielsweise GOST von 1951 nicht mehr dem neueren GOST aus dem Jahre 1987. Während DIN und ISO aufeinander abgestimmt sind, passen manche Werte von GOST nur „grob“ in das Raster, bieten aber eine gewisse Orientierung.

  • ISO 50 = 18 Din = 45 GOST
  • ISO 100 = 21 Din = 90 GOST
  • 200 ISO = 24 DIN = 180 GOST
  • 400 ISO = 27 DIN = 350 GOST
  • 800 ISO = 30 DIN = 700 GOST
  • 1000 ISO = 31 DIN = 1000 GOST
  • 1600 ISO = 33 DIN = 1400 GOST
  • 2000 ISO = 34 DIN = 2000 GOST

Auf den Patronen von 135er Kleinbildfilmen findet man in der Regel einen aufgedruckten oder aufgeklebten Digital Index, kurz die DX-Codierung. Diese wird bei „moderneren“ analogen Kameras bereits beim einlegen des Films ausgelesen. Die Kodierung ist nicht nur die die Filmempfindlichkeit wichtig, sondern liefert auch Hinweise über Filmtyp, Filmlänge und Entwicklungsverfahren für die entsprechende Weiterverarbeitung im Labor. Der DX-Code besteht dabei aus einem Schachbrettcode, einem Barcode und einem Zahlencode. Der Schachbrettcode aus 12 Feldern in 2 Reihen, welcher aus schwarz lackierten Flächen (nicht leitfähig) oder unlackierten Flächen (leitfähig) besteht, wird in der Kamera durch entsprechende leitfähige Kontakte ausgelesen. Es handelt sich damit um einen Binärcode aus 1 (leitend) und 0 (nicht leitend) wie beispielsweise im unteren Film 111001 und 010111.

Die obere 6er-Reihe des Schachbrettcodes gibt dabei die Filmempfindlichkeit, die untere 6er-Reihe sowohl die Bildanzahl wie auch den Belichtungsspielraum an. In Zeiten der digitalen Fotografie haben sich die Produktionschargen derart verringert, so dass der DX-Code unter Umständen auf der Patrone nicht mehr aufgedruckt, sondern aufgeklebt wird. Manche experimentellen Filme, Spezialfilme oder welche aus kleineren Manufakturen fehlt eine solche DX-Codierung.

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